Fragestellung Kann die Schlussfolgerung aus Beobachtung und routinemäßigen Befunddaten, dass es sowohl bei den Drogenabhängigen als auch bei den Alkoholabhängigen jeweils zwei Rehabilitandengruppen unterschiedlicher Störungsspezifität gibt, bestätigt werden?
Es wurden 96 alkoholabhängigen, 60 jugendlichen und 127 erwachsenen drogenabhängigen Rehabilitanden, neben den routinemäßigen Befunddaten, zum Zeitpunkt der Aufnahme als auch der Entlassung, verschiedene Fragebögen zu Persönlichkeit und psychischer Regulation, zu Sinn und Zuversicht und zur Symptombelastung vorgelegt.
Sowohl bei den Alkoholabhängigen als auch den jugendlichen und erwachsenen Drogenabhängigen gibt es jeweils zwei Rehabilitandengruppen signifikant unterschiedlicher Störungsintensität und -spezifität. Hoher Neurotizismus, geringer Selbstwert, externale Kontrollüberzeugung und dysfunktionale Emotionsregulation bedingen eine hohe Störungsintensität, die mit Defiziten in der willentlichen Handlungssteuerung einhergeht und in einen vermeidenden Bewältigungsstil einmündet. In der Charakteristik der unterschiedlichen Störungsspezifität sind sich Drogen- und Alkoholabhängige sehr ähnlich.
Da eingeschränkter Wille Kompetenzeinschränkungen in Selbstwirksamkeit, Selbstwert und Emotionsregulation bedingt, wird die Einführung eines Volitionstrainings empfohlen.